Willkommen auf meiner persönlichen Webseite. Seit über vier Jahrzehnten bewege ich mich leidenschaftlich in der Welt der Informationstechnologie, der Elektrotechnik und der digitalen Infrastrukturen. Mein beruflicher Weg begann in einer Ära, als Netzwerke noch physikalische Handarbeit waren, und reicht bis in die heutige Zeit hochverfügbarer Cloud-Rechenzentren.
Heute bin ich als technischer Kopf und Systemarchitekt eng mit der 0und1 IT-Dienste GmbH verbunden, wo wir ausfallsichere Standortvernetzungen (SD-WAN) und maßgeschneiderte Datenverbindungen nach höchsten BSI-Standards für den Mittelstand realisieren. Diese private Seite dient as mein persönliches Archiv, um prägende Meilensteine und Anekdoten der deutschen IT-Pionierzeit festzuhalten.
Mein Verhältnis zu Strukturen und logischen Systemen wurde nicht in staatlichen Bildungseinrichtungen geprägt, sondern am Küchentisch meines Großvaters. Bereits am zweiten Tag im Kindergarten beschloss ich im zarten Alter von drei Jahren selbstbewusst, dass dies „keine geeignete Einrichtung für mich“ sei. Ich ging stattdessen mit meinem Opa nach Hause. Wir räumten den Tisch leer, holten die alten Besteckkisten heraus und legten mit Messern, Gabeln und Löffeln logische Reihen. So lernte ich spielerisch das kleine und kurz darauf das große Einmaleins. Während andere Kinder mit dem Kindergarten fertig waren, beherrschte ich das große Einmaleins im Schlaf.
Nach der Grundschule folgte der Wechsel aufs Gymnasium. Doch die graue, theoretische Welt der akademischen Lehrpläne stieß bei mir schnell an ihre Grenzen. Unvergessen bleibt der Tag im Physikunterricht: Der Lehrer versuchte uns an der Tafel langatmig und theoretisch zu erklären, mit welcher kinetischen Energie ein Hammer einen Nagel in die Wand treibt – bis ihm mitten in der Erklärung der Hammer aus der Hand glitt und exakt auf seinen eigenen Fuß donnerte. Für mich war das der Wendepunkt. Ich merkte, dass ich dorthin musste, wo echte Praxis gelebt wird, und wechselte auf die Fachoberschule für Elektrotechnik in Herne.
Im einjährigen Betriebspraktikum der Fachoberschule war ich in meinem Element. Bereits nach drei Monaten drückte mir der Chef die Autoschlüssel in die Hand: „Du fährst jetzt selbstständig zu den Kunden und reparierst das. Sag einfach keinem, dass du eigentlich noch Praktikant bist.“ In dieser Zeit entwickelte ich meine bis heute gültige Arbeitsphilosophie. Wo andere Gesellen vor einem wilden Durcheinander aus 200 bunten Drähten in einer Klingelsteuerung kapitulierten, sortierte ich das System. Mein Markenzeichen wurden die Unterverteiler: Jedes einzelne Kabel wurde im exakten rechten Winkel verlegt. Diese kompromisslose Liebe zu Struktur und Ordnung übertrug sich später eins zu eins auf meine Server-Racks und Routing-Tabellen.
Lange vor dem Internet hatten wir in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren das 11-Meter-Band. Der CB-Funk war das erste dezentrale Kommunikationsnetzwerk. Unter phantasievollen „Handles“ (Pseudonymen) unterhielten wir uns in nächtlichen Funkrunden. Mein Stolz war eine schwere Handfunke vom Typ stabo HF-12 mit ausziehbarer Riesenantenne sowie eine hochwertige Zodiac-Mobilstation. Letztere rüstete ich mit einem Sprachkompressor-Mikrofon aus, das die Sprachdynamik stauchte und die durchschnittliche Sendeleistung maximierte. So schnitten wir das atmosphärische Rauschen so effizient, dass wir phänomenale Reichweiten erzielten.
Vom CB-Funk war der Weg zum lizenzierten Amateurfunk nicht weit. Hier faszinierte mich die reine Physik. Mit einer 5/8-Lambda-Antenne nutzten wir gezielt die ionosphärische Heaviside-Schicht, die Kurzwellensignale um die Erdkrümmung herum reflektiert. Ein Ruf wie „CQ CQ DX“ in das Rauschen des Äthers wurde am anderen Ende der Welt beantwortet und Wochen später per postalischer QSL-Karte bestätigt. Wer gelernt hat, Signale knapp über dem Rauschpegel zu empfangen und Antennen manuell abzustimmen, verliert auch vor modernen IP-Protokollen nicht den Respekt.
Im Jahr 1980 sammelte ich meine ersten echten Software-Erfahrungen mit Lochkarten und Fortran 77. Legendär bleibt die Episode auf dem Zentralrechner der Bauunternehmung Heitkamp in Wanne-Eickel: Mein selbst geschriebener, hochgradig rechenintensiver Primzahlensucher brachte den Mainframe thermisch an seine Grenzen, da der Operator schlicht vergessen hatte, dem Job CPU-Restriktionen aufzuerlegen. Das Erfreuen am Rattern der Zeilendrucker und dem Einlesen ganzer Lochkartenstapel legte den Grundstein für mein Verständnis von Software-Effizienz.
In den späten 1980er Jahren betrieben wir ein dezentrales, deutschlandweites E-Mail-Netzwerk auf Basis von Novells Global MHS. Als „Hubs“ und „Relays“ vernetzten wir uns privat über Modems und gaben Nachrichten nachts paketweise von Knoten zu Knoten weiter. Traf eine Nachricht auf der DOS-Workstation ein, blockierte ein Vorläufer heutiger Push-Benachrichtigungen den Bildschirm. Weiterarbeiten durfte man erst nach dem Druck der legendären Tastenkombination Ctrl-Enter to clear. In dieser Pionierzeit war ich persönlich dabei, als über XLINK und die Münchner Isar-Netzwerke die 100. .de-Domain weltweit registriert wurde – lange vor der Gründung der heutigen DENIC.
Als junger Offiziersanwärter trat ich 1983 meinen Dienst beim Instandsetzungsbataillon 7 in Coesfeld an. Mein weiterer Weg führte mich zum Studium der Elektrotechnik an die Bundeswehr-Universität Neubiberg. Doch eine dramatische Nacht im Jahr 1986 auf der Bundesstraße 2 (B2) veränderte alles. Bei einem schweren Verkehrsunfall leistete ich Erste Hilfe und nutzte mein G3-Dienstgewehr als Hebel, um ein Wrack aufzusprengen. Als ein arroganter Politiker die Rettungsarbeiten blockierte und forderte, die Toten beiseite zu ziehen, übernahm ich die Initiative und verjagte ihn unter Vorhalt der Dienstwaffe.
Anstatt Zivilcourage zu honorieren, rügte mich das System wegen „Beschädigung von Bundeswehreigentum“ (des verbogenen G3). Meine Reaktion vor versammelter Truppe („Ob der Vorgesetzte eigentlich den Arsch offen hat...“) besiegelte das Ende der aktiven Offizierskarriere, führte aber zu einem einzigartigen bürokratischen Deal und einer Personalakte von gigantischen Ausmaßen. Die Ironie der Geschichte: Nach meinem Ausscheiden beförderte mich die automatische Regelbeförderung für Akademiker im Panzerschrank der Kaserne in Lenggries über die Jahrzehnte hinweg geräuschlos bis zum Oberstleutnant der Reserve.
Aus meiner privaten Leidenschaft für Hardware entstand die PC-Manufaktur RK-TEC. Wir bauten High-End-PCs auf Basis des ultraschnellen NEAT-Chipsatzes, den wir auf bis zu 24 MHz hochtakteten und damit frühe 386er leistungsmäßig deklassierten. Unsere Qualität sprach sich herum: Sogar der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern MBB (Messerschmitt-Bölkow-Blohm) bestellte bei uns Spezial-Hardware unter strengsten Sicherheitsauflagen. Defekte Festplatten durften wir im Garantiefall nicht zurücknehmen – sie mussten bei MBB unter Aufsicht geschreddert werden, um Datenfragmente physisch zu vernichten. Von der Seriennummer 0100 bis zur Einstellung der Serie bauten und lieferten wir über 8.600 individuell konfigurierte Premium-PCs aus.
Mit über 8.600 Hardware-Kunden im Rücken lag der nächste Schritt auf der Hand: Die Kunden verlangten nach Konnektivität. Wir gründeten die rkCOM Netzwerke GmbH in Lenggries-Hohenwiesen. Im Keller unseres Hauses errichteten wir ein hochprofessionelles Rechenzentrum mit Spezialbeton, Klimatisierung, Notstrom und einer optischen 155-Mbit/s-Leitung (STM-1) der Telekom. Unser Keller wurde zur offiziellen Vermittlungsstelle Lenggries 3, über die wir 40 bis 50 feste Standleitungen (64k und 128k) für regionale Geschäftskunden terminierten.
Doch zwei Faktoren brachen dem visionären Setup das Genick: Zum einen die politische Abschaffung der günstigen 96-Stunden-Stromzähler (was den RZ-Strompreis von 4 Cent/kWh explodieren ließ), zum anderen das unüberwindbare Silodenken der Telekom-Bürokratie beim Aufkommen von DSL. Die DSL-Säule versprach eine unkomplizierte Migration unserer Standleitungskunden, doch die Festnetz-Säule drohte mit astronomischen Regressforderungen für die vorzeitige Kündigung der Altverträge. Da die Telekom uns keine schriftliche Garantie für eine schadensfreie Migration geben konnte, mussten wir das zukunftsweisende DSL-Wholesale-Geschäft stoppen, um uns vor unkalkulierbaren Risiken zu schützen.
Durch die Verkaufsblockade des Hauses in Hohenwiesen aufgrund des restriktiven Einheimischenmodells der Gemeinde Lenggries mussten wir das Anwesen weit unter Wert verkaufen. Dies führte letztlich zur Insolvenz der rkCOM. Doch unser technisches Know-how war zu wertvoll, um zu verschwinden: Die Düsseldorfer Comtrance GmbH kaufte die Netzinfrastruktur und die Kunden auf – und übernahm uns als die technischen Köpfe direkt mit, um das System im Rheinland weiterzuführen.
Nach dieser lehrreichen Station im Angestelltenverhältnis kehrte der unbändige Wille zur unternehmerischen Freiheit zurück. Gemeinsam mit meinem Partner Andreas Schmidt entwarf ich die Vision für ein neues Unternehmen. Während im Hintergrund die geschäftlichen Strukturen geschaffen wurden, baute ich in einer intensiven sechsmonatigen Phase die gesamte technische Kern-Infrastruktur für die neue Unternehmung in meiner privaten Düsseldorfer Wohnung auf.
Mit diesem maßgeschneiderten System mieteten wir Rechenzentrumsflächen in der Internet-Hauptstadt Frankfurt am Main an. Und hier schloss sich der Kreis triumphal: Ein Großteil unserer ehemaligen, treuen RK-TEC- und rkCOM-Bestandskunden kehrte der Comtrance den Rücken und folgte uns zu unserem neuen Unternehmen – der heutigen, hochgradig erfolgreichen 0und1 IT-Dienste GmbH.
Wenn ich auf diese vier Jahrzehnte zurückblicke, wird mir die atemberaubende Dynamik unserer Branche erst richtig bewusst. Früher haben wir Code Zeichen für Zeichen hart erarbeitet und über Perl-Skripte geschmunzelt, die vor und nach dem Zippen identisch aussahen, weil die Syntax so wunderbar kryptisch war.
Heute leben wir in einer völlig neuen Ära: Für die Erstellung dieser persönlichen Webseite habe ich keine einzige Zeile Code selbst geschrieben. Stattdessen habe ich mich einfach mit einer Künstlichen Intelligenz unterhalten, ihr meine Anekdoten erzählt und den Befehl gegeben: „Bitte mache mal.“ Was über all die Jahrzehnte hinweg geblieben ist, ist die Faszination für das, was im Hintergrund geschieht – das saubere Zusammenspiel von Physik, Logik und Netzwerken.
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